Wissenswertes zur Brillenoptik

                                                                                                            

Warum ist jede Brille eine Einzelanfertigung?

Aus den in der Optotechnik zu berücksichtigen gängigen Größen ergeben sich folgende Variationsmöglichkeiten:

 

Gängiger Wertebereich

Stufung

Anzahl Variationen

Korrektionswerte sphärisch

 – 8dpt bis +8 dpt

 0,25 dpt

65

Korrektionswerte zylindrisch

 0,25 dpt bis 4,00 dpt

 0,25 dpt

16

Achse des Zylinders

0 - 179°

180

Prisma horizontal

0,25 – 5,00 cm/m

0,25 cm/m

20

Prisma vertikal

0,25 – 5,00 cm/m

0,25 cm/m

20

Prismenbasis horizontal

0° - 359°

180°

2

Prismenbasis vertikal

0° - 359°

180°

2

Augenabstand

50 bis 75 mm

0,50 mm

51

Abstand Auge zum Brillenglas

11 bis 19mm

1mm

9

Gesamt

 

 

137.479.680.000

Nur durch die Berücksichtigung der gängigen Wertebereiche ergeben sich diese großen Unterschiede zwischen den einzelnen Brillen.
Deshalb ist eine individuelle Verglasung der Brillen vor Ort nach gründlicher erhbung aller optometrisch wichtigen Daten unerlässlich. Ganz abgesehen von den unterschiedlichen Vorstellungen des Brillenträgers hinsichtlich Qualität, Ausführung und Aussehen der Brille.

Wo liegen die Preisunterschiede bei Brillen?

Die Preisunterschiede von Brillenfassungen und Brillengläsern sind von den gleichen Faktoren wie andere Waren abhängig:

  1. Qualität: Allergiesichere Titanfassungen sind hochwertiger als Fassungen aus Kupfer-Nickel-Legierungen. Hartbeschichtete, superentspiegelte, bruchfestere Kunststoffgleitsichtgläser haben einen höheren Preis als einfach-entspiegelte Einstärkengläser aus Glas. (Glück und Glas,...)
  2. Fertigungskriterien: ältere Technik, einfache Stärken und heutigen Anforderungen nicht gerechte Oberflächenbeschichtungen lassen sich für den Hersteller in größeren Mengen und damit preiswerter herstellen.
  3. modische Trends und Markennamen
  4. Personalkosten: qualifizierte Augenoptiker in ausreichender Anzahl

Brillengläser – Kunststoff oder Glas?

“Was ist denn besser?” werden wir oft gefragt.
Beide Materialien haben Vor- und Nachteile. Da der Wunsch nach einer leichten Brille für viele Brillenträger ausschlaggebend ist, werden zum größten Teil Kunststoffgläser verwendet. Aber die Frage kann nicht grundsätzlich, sondern nur im Einzelfall entschieden werden.

 

Kunststoff

Glas

Gewicht

leichter

schwerer

Bruchsicherheit

haltbarer

spröder

Pflegeleichtigkeit

weicher

härter

Transparenz

gleich

gleich

Preis

hochwertiger

preiswerter

UV-B Schutz

100%

100%

UV-A Schutz

87%

62%

Schutz vor Wärmestrahlung

-

+

Was ist eine Entspiegelung?

Sämtliche polierte, glatte Flächen spiegeln zumindest 8 % des auftreffenden Lichtes, d.h. bei zwei Flächen sprechen wir von rund 16 % Licht und Kontrastverlust. . Sieht der Brillenträger durch ungünstigen Lichteinfall nur noch den Reflex seines eigenen Auges im Brillenglas, ist dies nicht nur im Straßenverkehr von extrem störend bis gefährlich.

Die Entspiegelung, auch Anti-Reflex genannt, wurde im 2. Weltkrieg vom  Militär für Fernglasobjektive, um die Kontraste und die Einsatzfähigkeit in der Nacht drastisch zu erhöhen, entwickelt. Heute werden nicht nur Ferngläser, Mikroskope, Objektive von Kameras und Brillengläser, sondern auch die Gläser in Bilderrahmen entspiegelt.
Die Entspiegelung ist die Minimalanforderung an ein leistungsfähiges Brillenglas.

Was sind Gleitsichtgläser?

Gleitsichtgläser sind Komfortgläser für alle über ca. 43 Jahren.
Sie ermöglichen stufenlos scharfes Sehen in allen Entfernungen, da für jeden erdenklichen Arbeitsabstand die passende Korrektionsstärke im Glas vorhanden ist. Ein gutes Paar Gleitsichtgläser wird individuell auf die Augen des Brillenträgers abgestimmt und angefertigt.


Verträglichkeit von Gleitsichtgläsern:

Bei der Auswahl der Gleitsichtgläser müssen einige Dinge beachtet werden:

  • in einigen wenigen Fällen, wie z.B. bei starker Ungleichsichtigkeit zwischen beiden Augen oder bei Bewegungseinschränkungen (z.B. im Nacken) muss unter Umständen generell von Gleitsichtgläsern abgeraten werden.
  • die Brille muss gut sitzen und gut in Form bleiben. Deshalb sollte man eine stabile Fassung wählen.
  • Die passende Glaswirkung für die jeweilige Sehsituation bestimmt der Brillenträger über Kopfhaltung und Blickrichtung selbst; dafür sollte man sich eine gewisse Angewöhnungszeit geben.
  • Die Korrektionswerte müssen auf den Glastyp abgestimmt werden. Eine besonders gewissenhafte Augenglasbestimmung ist unerlässlich.
  • Der Gleitsichtglastyp muss auf die Anforderungen des Brillenträgers abgestimmt werden

Moderne Gleitsichtgläser, gute Beratung und Anpassung vorausgesetzt, sind komfortabel! Deshalb gibt Optik Lame seinen Kunden 6 Monate Verträglichkeitsgarantie.

Was ist von Fertigsehhilfen zu halten?

Die Bezeichnung “Brille” kann laut obiger Definition keine Sehhilfe “von der Stange” tragen.
Fertigsehhilfen sind zwei Lupen mit zwei Bügeln.

  • Fertigsehhilfen vergrößern nur das betrachtete Bild, sie korrigieren nicht die Fehlsichtigkeit
  • Der Abstand der Glasmitten zum Augenabstand der Benutzers ist dem Zufall überlassen. Durch den falschen Abstand wird das Auge zur Ausgleichbewegung gezwungen.
  • Beide Gläser haben die gleiche Wirkung
    (nur 8% unserer Kunden haben zwei gleiche Augen)
  • Die Gläser sind gepresst, nicht geschliffen, die optische Abbildungsqualität ist mangelhaft. Verzerrungen an den Rändern sind eine Folge.
  • Nur die sphärische Wirkung ist im Glas vorhanden, die anderen in einem Brillenglas zu beachtenden Werte sind nicht, oder undefiniert vorhanden.
  • Der Missbrauch durch verwendung der Lesehilfe für die Ferne ist nicht zuletzt auf Grund der falschen Zentrierung unverantwortlich.

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